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21.02.2019, 07:18 Uhr | Burry
Zweijährige Berufsfachschule der EHG besucht Gedenkstätte Grafeneck
Die Klassen 2BFM1 und 2BFM2 besuchten die Gedenkstätte Grafeneck am 01. Februar 2019. Dort bekamen sie ein Seminar und eine Führung in der ehemaligen nationalsozialistischen Vernichtungsanstalt. 10.645 Menschen sind im Jahr 1940 dort ermordet worden. Ein Erlebnisbericht von Robin Menzel, Zeno Anastasiadis, Paulus Hezel und Adrian Ragamentu.
Wir, die 2BFM1 und die 2BFM2, waren mit Frau Burry, Frau Roser und Herrn Kreiser im Schloss Grafeneck im Landkreis Reutlingen. Das ehemaligen Schloss der Württemberger Herzöge wurde als Standort für die erste Tötungsanstalt in Deutschland aus mehreren Gründen gewählt: Das Schlossgelände liegt allein im Wald und daher von der Öffentlichkeit nicht einsehbar. Außerdem bot das Schloss genügend Räume für die Verwaltung und das Personal.

Um 9:30 Uhr war unsere Ankunft im Schloss Grafeneck. Das Erste, was wir sahen, waren Gebäude einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Dort waren viele neue Gebäude, genau an der Stelle, wo die alte Gaskammer stand. Herr Kreiser teilte uns mit, dass hier nach dem Schließen der „Vernichtungsanstalt“, der Betrieb der Behinderteneinrichtung wiederaufgenommen wurde wie in Zeiten des Friedens vor dem Nationalsozialismus. Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Hälfte wurde von Frau Rößner und die andere von Herrn Hildwein unterrichtet. Wir, die 2BFM2, arbeiteten mit Herrn Hildwein im workshop. Er hielt einen Vortrag über die „Vernichtungsanstalt“. Von 1939 bis 1940 wurden über 10.000 geistig und körperlich behinderte Menschen getötet. 17 Patienten kamen aus dem Rottenmünster in Rottweil. Anschließend wurden die Leichen in dem nebenliegenden Krematorium verbrannt und die Asche in Urnen gefüllt. Die Anstaltsleitung schickte im Rahmen der Aktion „T 4“ die Urnen und die Todesurkunden an die Angehörigen. Die Todesursachen darin waren gefälscht und sind bis heute (2019) nicht berichtigt worden.

Nach dem Vortrag gingen wir zu der ehemaligen Gaskammer, die abgerissen wurde und nur noch durch einen nachtäglich eingesetzten Mauerstein symbolisiert wird. Uns alle hat es ein bisschen enttäuscht, dass nicht mehr zu sehen ist. Anschließend liefen wir zur Gedenkstätte. Dort sind 9000 der bisher namentlich bekannten Todesopfer in einem Buch aufgelistet. Ebenfalls liegen dort 200 Urnen begraben, die von den Nazis nach der Mordaktion in Grafeneck achtlos zurückgelassen wurden.

Der Künstler Jochen Meyda hat für Grafeneck 10.654 Tonfiguren geformt - die Opferzahl, die momentan bekannt ist - um den Opfern eine Identität, Namen und Heimat zu geben. Jeder Besucher darf eine Figur gegen eine Spende mitnehmen.

Wir haben 17 Tonfiguren für die 17 Opfer des Rottenmünsters auf den Friedhof der Gedenkstätte mitgenommen und kurz innegehalten für die ermordeten Patienten des Rottenmünsters.
Mit diesen Gedenkminuten endete die Exkursion und wir stiegen in den Bus und konnten, anders als die Patienten damals, die auch mit Bussen nach Grafeneck transportiert wurden, wieder nach Hause kehren.

aktualisiert 25.02.2019, 11:58 Uhr

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